

SWR Sinfonieorchester spielt am 4. März auf dem Oberwerth Tschaikowski, Rimski-Korsakow und Camille Saint-Saëns
RZ vom 21. Februar 2011:
Koblenz Angesichts des beachtlichen Kinoerfolgs des aktuellen Thrillers „Black Swan“ war es nur eine Frage, bis die CDs ins Geschäft kommen, und da sind sie auch schon: „Schwanensee“ – mit einem Aufkleber, der darauf hinweist, dass die Platte die „schönsten Melodien“ aus dem Kassenschlager enthält. Dass die Musik von Peter I. Tschaikowski berauschende Qualitäten hat, das wissen treue Ballett- und Konzertbesucher natürlich schon lang.
Eines der schönsten Beispiele bietet das sechste und letzte Anrechtskonzert der laufenden Saison des Musik-Instituts: Das SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg spielt am Freitag, 4. März, um 20 Uhr in der Sporhalle Oberwerth die Fantasie-Ouvertüre „Romeo und Julia“. In gerade einmal rund 20 Minuten erzählt Tschaikowski nach William Shakespeare eine der wohl berühmtesten Liebesgeschichten der Weltliteratur.
Das Werk beginnt mit den choralartigen Klängen, die für Pater Lorenzo stehen – jenen wohlmeinenden Geistlichen, der hoffte, die uralte Fehde zwischen zwei Veronesischen Familien schlichten zu können, indem er ihren Sprösslingen Romeo und Julia seinen Segen gibt. Dass das alles andere als gut ausgeht, erzählt auch die Musik: Da treffen die verfeindeten Clans aufeinander, in einer rhythmisch sehr tückischen Steigerung des Orchesters kommt es zur Konfrontation. Und natürlich gehört die Liebesmelodie des Paares zu dem Schönsten, das die Orchesterliteratur bereithält. Am Ende steht eine lichtdurchflutete Verklärung, die schon manchem Konzertbesucher Tränen in die Augen getrieben hat.
Es gibt aber noch mehr große Gefühle an diesem Abend zu erleben: Das SWR-Orchester spielt Nikolai Rimski-Korsakows wohl populärstes Werk, die Sinfonische Suite op. 35 „Scheherazade“. Ein üppiges viersätziges Werk nach den „Geschichten aus 1001 Nacht“, denen der russische Komponist 1888 hier großformatigen Orientalismus verliehen hat.
Mit dem Auftritt von Alexander Melnikov als Solist im zweiten Klavierkonzert von Camille Saint-Saëns schließt sich auch ein Kreis zum Anfang der Saison des Musik-Instituts: Der renommierte russische Pianist ist auch regelmäßiger Duo-Partner der Violinistin Isabelle Faust, die beim zweiten Konzert in der Sporthalle Oberwerth mit ihrer Mozart-Interpretation nachhaltig beeindruckt hatte.
Karten bei Piano Thilemann unter Tel. 0261/300 160 sowie ab 19 Uhr an der Abendkasse